Die Goldene Damenzeit

Das Märchen begann in der Saison 1988/1989. Unserer Damenmannschaft gelang wieder einmal der Aufstieg in die Landesliga. Punktegleich mit dem ÖTB Grein, aber mit besserem Satzverhältnis wurde der Meistertitel geholt. Esternbergs großes Ziel war der Klassenerhalt in der Landesliga. Der Kader für die Landesliga bildeten Bogner Karin, Breit Martina, Breit Michaela, Koller Karin, Mager Gabriele, Pimon Petula, Schwarz Marion und Schwarz Susanne. Die Meisterschaft 1989/90 entwickelte sich aber ganz anders. Bereits in der ersten Runde wurden auswärts zwei Siegen gefeiert und selbst die Mannschaft war davon überrascht. Doch es ging so weiter und es setzte erst im 13. Spiel gegen AVOS Steyr die erste und Niederlage in der Saison. Letztendlich wurde Esternberg mit nur 2 Niederlagen und 12 Punkten Vorsprung auf Union Wels Landesmeister.

Der Verein und die Mannschaft standen vor der Frage, wie es weitergehen soll. Soll der Sprung in die Regionalliga West gewagt werden? Die Esternberger Halle war für die Regionalliga zu klein, soll man das Abenteuer mit den Heimspielen in Schärding wagen? Werden die Fans auch nach Schärding fahren? Kann der Meisterschaftsbetrieb finanziert werden? Ist der Trainer bereit die Wochenendreisen bis nach Vorarlberg auf sich zu nehmen? Stehen samstags genügend Spielerinnen zur Verfügung (Arbeit)? Wie wird das Abenteuer organisiert?

Der unbedingte Wille der Spielerinnen war die Regionalligateilnahme, der Verein hatte organisatorisch alles geregelt, Trainer Norbert Breit machte dann weiter und das Abenteuer wurde begonnen! Es war ein Start in eine ereignisreiche und interessante Zeit und letztendlich hat dieses sportliche Abenteuer 4 Saisonen gedauert, ehe man sich freiwillig aus der Regionalliga West (zwischenzeitig 2. Bundesliga West) zurückgezogen hat.

Der Kader wurde im ersten Regionalligajahr (1990/91) vorerst nur mit Moser Christine, die vom VC Passau zu ihrem Stammverein zurückkehrte, aufgestockt. Während der Saison ist dann Sieglinde Radlwimmer aus St. Marienkirchen zur Mannschaft gestossen und Sabine Klein aus Passau ist ihrer Ex-Teampartnerin Christine Moser gefolgt. Auch diesmal wurde das Ziel des Klassenerhalts bei weitem übertroffen und Rang drei hinter Wüstenrot Salzburg und ITSG Innsbruck belegt.

Die Spiele waren auch in Schärding immer gut besucht, die Fans standen hinter der Mannschafschaft. Um diese Unterstützung wurde Esternberg von den Gegnerinnen immer sehr beneidet. Oftmals waren diese Fans ja auch ein Mitgrund für deren Niederlage.

Ab dem zweiten Jahr (1991/92) waren die Damen nicht mehr alleine in der Regionalliga. Endlich haben die Herren, die immer knapp vor den Landesmeister standen, den Aufstieg auch geschafft. Somit gab es immer Heimspieldoppel mit einem Damen- und Herrenspiel. Bei den Damen stieg Grasegger Siegrid wieder aktiv ein. Esternberg spielte weiterhin gut mit, spielte seine Routine aus und landete auf den guten 4 Rang, neuerlich hinter Wüstenrot Salzburg und ITSG Innsbruck, sowie dem 1.Linzer VV. Durch die Doppelspiele mit den Herren kam die Heimstärke noch mehr zu Tragen.

Vor der Saison 1992/1993 wurde der Kader verjüngt und vergrößert. Zwar hat Sieglinde Radlwimmer aufgehört, dafür sind aus dem eigenen Nachwuchs Kerstin Stockinger, Eva Schererbauer und Michaela Pellegrini in die Kampfmannschaft aufgerückt. Die jungen Spielerinnen haben sich gut in die Mannschaft integriert und vor allem Kerstin Stockinger wurde eine Leistungsträgerin. Die Meisterschaft wurde schließlich im unteren Mittelfeld beendet. Die Heimstärke konnte die Auswärtsschwäche nicht ganz kompensieren. Leider haben die Herren nach dieser Saison das Handtuch geworfen und sind in die Landesliga zurückgekehrt

In der Saison 1993/94 wurde Trainer Norbert Breit von Gabriele Mager als Co-Trainerin unterstützt. Diese fungierte bei den (meisten) Auswärtsspielen als Spielertrainerin, da der Trainer zuhause blieb. Zudem spielten mit Silvia Sandrieser und Anja Zauner zwei weitere Eigenbauspielerinnen für den VCE. Aber das Feuer war schon ein wenig verraucht. Während der Saison kam der Rückfall und es reichte nur mehr für einen Kampf gegen den Abstieg. Aber das Ziel war unbedingt diesen Klassenerhalt zu schaffen. Und so spitzte sich alles auf das letzte Spiel Esternberg gegen ATSV St. Valentin zu. Die Niederösterreicherinnen haben nach Hallenterminproblemen in Schärding dann ihre ausdrückliche Zustimmung gegeben in Esternberg anzutreten. Unsere Damen nutzten das Heimrecht, blühten nochmals voll auf und fertigten dann in ihrer Halle St. Valentin ab. Der VCE beendete die Meisterschaft am vorletzten Platz, das letzte Ziel war erreicht.

Die Anstrengungen haben ihre Spuren hinterlassen. Etliche Spielerinnen wollten nicht mehr überregional spielen oder die Karriere beenden.  Die Mannschaft hat sich entschlossen freiwillig in die Landesliga abzusteigen.

Diese Jahre waren für alle Beteiligten neben der sportlichen Herausforderung auch eine tolle gemeinsame Zeit, in der jede und jeder einzelne seinen Beitrag für das Gelingen geleistet hat. Als Leitfigur ist aber trotzdem die Kapitänin Martina Breit hervorzuheben, die Triebfeder dieses Unterfangens, Leistungsträgerin und Mittelpunkt der Mannschaft war.

Soweit der sportliche Rückblick auf die Damenregionalligazeit. Diese Jahre haben auch etliche Geschichten geschrieben. Diese werden in den nächsten Artikeln in Seinerzeit ein wenig in Erinnerung gerufen werden.